Georg Wendts besondere Liebe galt dem Dümmer, der Lyrik und der Poesie. Am 28. September 1924 veröffentlichte er in den Heimatblättern für die Grafschaft Diepholz, einer Beilage zur Diepholzer Kreiszeitung, einen Aufsatz mit dem Titel „Der Ursprung des Dümmers“. Wie eng er sich mit dem Dümmer verbunden fühlte, lässt sich daran erkennen, dass er 1927 ein Heimatlied dichtete, das über Jahrzehnte in den Schulen am Dümmer gesungen wurde.
Mein Dümmerstrand
Mein Sehnen du, mein Dümmerstrand,
umkränzt von grünen Wiesen,
Du Ort, wo meine Wiege stand,
sei immer mir gepriesen.
Wo Herden friedlich weidend geh’n
auf grünem Rasen, duft’gen Auen,
zu Dir wird stets mein Sinnen geh’n.
Dich möchte ich ewig schauen.
Dem Wanderer auf Bergeshöh’n
Winkst Du mit Deinem Glanze.
Er lauscht der Wellen, die so schön,
bei froher Mücken Tanze.
An Sagen reich bist Du so sehr,
einst warst Du Wald, sie mir berichten,
den fraß ein mächt’ges Feuerheer,
ihn gänzlich zu vernichten.
Oh, schöner See, wer Dich geschaut,
der kehret oftmals wieder,
fühlt sich bei Dir so heim, so traut,
singt rudernd frohe Lieder.
So singe ich mit Herz und Mund:
Oh, trauter Dümmer, hier auf Erden
wirst immer meine Sehnsucht sein,
wo ich auch weilen werde.
Die Vertonung der Verse übernahm Friedrich Kipp. Der am 14. Juli 1878 in Lengerich geborene Dichter und Autor von mindestens 120 Büchern und Heften war zunächst Lehrer in Lienen, Brochterbeck und später in Gronau. Ab 1908 verdiente er seinen Lebensunterhalt als Berufsschriftsteller. Von 1941 bis 1944 war er vorübergehend als Lehrer in Schlesien tätig, ging nach Bayern und kam um 1946 in die heimische Region zurück. Er starb am 1. November 1953 in Lengerich. Die Vielfalt seiner Werke reicht von Gedichten über Novellen, Satiren, Dramen bis hin zu Romanen.
Herausgegeben wurde der abgebildete Prospekt 1927 im Musikverlag Wilhelm Nölting, Hamburg 36, Hohe Bleichen 20, zum Preis von 1 Mark.
Ludger von Husen
Quellen:
SgA Lemförde, LEM E 8 Nr. 34, Wendt, Georg, Das Lied vom Dümmer, 1927
Dümmerkurier 1996

