Projekt "Meine Familie, mein Haus, mein Hof"
Das Samtgemeindearchiv unterstützt Sie bei Ihren familiengeschichtlichen Forschungen und bietet Ihnen Hilfe beim Lesen und Transkribieren alter Dokumente an. Für die Familienforschung stehen umfangreiche Quellen zur Verfügung.
Historische Unterlagen der Standesämter
Personenstandsregister
Die Standesämter wurden zum 1. Oktober 1874 in Preußen eingerichtet und sind seitdem für die Beurkundung von Geburten, Eheschließungen und Sterbefällen zuständig. Die älteren Personenstandsregister der Standesämter Brockum, Hüde, Lembruch und Lemförde wurden 2021 ans Kreisarchiv Diepholz abgegeben. Digitalisate der Nebenregister können im Samtgemeindearchiv ohne Auflagen von allen interessierten und forschenden Personen eingesehen werden. Sie umfassen folgende Jahrgänge: Geburten 1874-1909, Trauungen 1874-1938 und Sterbefälle 1874-1986.
Die Register des Lemförder Bürgerrechtserwerbs
Bis ins 19. Jahrhundert wurden im Flecken Lemförde die Einwohner, die das Bürgerrecht erworben hatten, indem sie den Bürgereid geleistet und das Bürgergeld gezahlt hatten, in einem Register verzeichnet. Mit dem Bürgerrecht erwarben sie bestimmte Rechte (z.B. Ausübung eines Gewerbes) und Pflichten (z.B. Bewachen der Stadttore). Häufig ist in den Bürgerbüchern die Herkunft der Neubürger festgehalten. Die Höhe des Bürgergeldes war oft vom Vermögen des Neubürgers abhängig. Manchmal wurde ein geringeres Bürgergeld verlangt, wenn der Neubürger eine Bürgertochter oder -witwe geheiratet hatte. Die Einträge erfolgten chronologisch und nicht nach Namen angeordnet. Erhalten geblieben sind die Bürgerbücher von 1686-1761.
Volkszählungen, Bevölkerungsregister
Einwohnerverzeichnisse für kirchliche Zwecke entstanden auf Weisung der Kirchenleitung und sollten den einzelnen Pfarrern und darüber hinaus den Bischöfen dabei helfen, einen genauen Überblick über das religiöse Leben der ihnen anvertrauten Gläubigen zu erhalten. Sie wurden von den Geistlichen in sehr unterschiedlicher Intensität und Qualität angelegt.
Auch der Staat ließ die Untertanen immer wieder zählen, um sie steuerlich zu taxieren. Die Volkszählung im heutigen Sinne setzte im Königreich Hannover 1852 ein. Ihre Daten bilden die Basis der Erfassung des sozialen Lebens, der Berufsstruktur, der ärztlichen Versorgung oder der Bildungsbedingungen.
Militärlisten
Zur Erfassung der Militärpflichtigen mussten die Behörden auf die bei den örtlichen Kirchengemeinden geführten Kirchenbücher zurückgreifen. Die Pastoren waren aufgefordert, die Namen der Militärpflichtigen, ihr Geburtsdatum und die Namen der Eltern zu melden. Erhalten geblieben sind die Listen der Geburtsjahrgänge 1773-1819. Sie erfassen die genealogischen Daten zu 362 Militärpflichtigen aus dem Flecken Lemförde und 151 aus dem Dorf Quernheim. Es sind auch Vermerke zu den Militärpflichtigen enthalten, die bereits vor der Meldung zur Rekrutierung verstorben waren.
Steuerregister
Wer mit seinen Recherchen ins 16./17. Jahrhundert zurück ermitteln möchte, für den sollte sich ein Blick in die Steuerlisten des Flecken Lemförde lohnen, die die zeitigen Besitzer einer Ackerbürgerstelle offenbaren. Die älteste erhalten gebliebene Liste einer Schatzung stammt aus dem Jahre 1554. Mit dem Jahrgang 1623 setzen die Kontributionsregister ein. Sie reichen lückenhaft bis 1790 und dokumentieren eine Besteuerung des Landbesitzes, während die Abgaben aufs Vieh in den Viehschatzregistern (1660-1749) festgehalten sind. Für das 19. Jahrhundert liefern die Gebäude-, Klassen- und Grundsteuerrollen wertvolle genealogische Informationen.
Brandversicherungskataster, Häuserlisten
1750 wurde im Kurfürstentum Hannover die Brandkasse als "Brand-Assecurations-Sozietät" gegründet. Die Häuser im Flecken Lemförde wurden in der „Brand-Assecurations-Gemeinschaft“ der Grafschaften Hoya und Diepholz „pflichtversichert“. Alle Versicherungsnehmer des Amtes Lemförde wurden 1754 erstmals in einem vollständigen Verzeichnis, einem „Brandassecurationskataster“, registriert. Am 1. Februar 1787 wurde ein neues Brand-Assecurations-Cataster erstellt, in dem die Versicherungsnummer der Gebäude, die den späteren Hausnummern entsprach, eine Gebäudebeschreibung und die Versicherungssumme aufgeführt wurden.
Geschlechterbeschreibung, Lagerbücher
Die Ordnung der Verwaltung vor dem Hintergrund hohen Verluste an Akten erwies sich als eine der wesentlichen Aufgaben der Beamten des Amts Lemförde nach den Wirren des 30-jährigen Krieges. So entstand neben dem Amts-Lagerbuch 1669 eine Verzeichnung aller Personen, die auf den ans Amt Lemförde eigenhörigen Höfen geboren waren. Sie erfassen zumeist drei Generationen und stellen somit oft die einzigen Aufzeichnungen über die Existenz der Personen dar, die im frühen 17. Jahrhundert in unserer Region gelebt haben. Dabei lassen sie familiäre Zusammenhänge erkennen.
Kirchenbücher, Zivilstandsregister, Konfirmandenlisten
Kirchenbücher stellen oft die einzigen Aufzeichnungen über die Existenz von Personen dar, da die Eintragungen unabhängig von Stand, Geschlecht und Vermögen gemacht wurden. Die ältesten Kirchenbücher der ev.-luth. Kirchengemeinde Burlage beginnen 1667, die der ev.-luth. Kirchengemeinde Brockum 1686 und die der ev.-luth. Kirchengemeinde Dielingen 1660. Die Tauf- und Eheregister der ev.-luth. Kirchengemeinde Lemförde setzen erst 1853 ein. In den Kirchenbüchern kann über das kostenpflichtige Online-Portal Archion der evangelischen Kirchen Deutschlands und das kostenlose Online-Portal Matricula der katholischen Kirchen Deutschlands von zu Hause aus geforscht werden.
Links:
https://www.archion.de/ – Online-Portal Archion der evangelischen Kirchen Deutschlands
https://data.matricula-online.eu/ – Online-Portal Matricula der katholischen Kirchen Deutschlands
https://wiki.genealogy.net/Portal:Adressbuch – Online-Portal des Vereins für Computergenealogie mit den Adressbüchern für den Landkreis Diepholz von 1901, 1912, 1926, 1935, 1950-51
